Der fairste Weg, Softr und Anything zu vergleichen, ist an einem kritischen operativen Anwendungsfall: einem Multi-Tenant-Business-Portal, bei dem sich Kunden einloggen, um individuelle Verträge einzusehen und laufende Aufträge zu verwalten. Die Anforderungen an das UI sind minimal, aber die technischen Anforderungen sind fundamental. Sie benötigen eine perfekte Benutzerauthentifizierung, dynamische Datenzugriffspfade und eine zuverlässige Datensicherheit auf Zeilenebene (Row-Level Security). Wenn Benutzer A den Seitenquelltext untersuchen und irgendwie auf die Datensätze von Benutzer B zugreifen kann, ist die Anwendung faktisch wertlos.
Dieses Szenario verdeutlicht die Divergenz zwischen zwei gegensätzlichen Philosophien. Softr fungiert als verwalteter, KI-gestützter No-Code-Builder, bei dem Kern-Backends, Datenbanken und Berechtigungen strukturell vorgegeben, geschützt und plattformseitig verwaltet werden. Anything operiert als Canvas-geführte Code-Generierungs-Engine, die LLMs nutzt, um Ihr Layout zu kompilieren und eine relationale Datenbank in einer Prompt-by-Prompt-Schleife aufzubauen. Für geschäftskritische Deployments stellt der eine Ansatz eine robuste operative Infrastruktur dar, während der andere als experimentelle Sandbox fungiert.